Über mich

Warum der satte Sound eines Motor das vertrauteste Geräusch auf der Welt für mich ist

War es Mums Herzschlag oder das Wummern eines Motors, das mich eher einschlafen ließ? Meine Mutter ist sich in dieser Frage bis heute nicht sicher.

Jedenfalls soll ich im KFZ-Betrieb meiner Eltern deutlich besser geschlafen haben, als nachts in meiner Wiege im Kinderzimmer.

Aber, am besten, ich fange mal ganz von vorne an:

Prägung wird in der Verhaltensbiologie eine irreversible Form des Lernens genannt. Danach sollen in einer so genannten sensiblen Phase Reize aus der Umwelt dauerhaft so ins Repertoire des Verhaltens aufgenommen werden, dass es scheint, sie seien angeboren.

Bereits in Mums Bauch verbrachte ich täglich viele Stunden in unserer KFZ-Werkstatt und die lauten Werkstatt- und Motorengeräusche wurden mir schon während meiner vorgeburtlichen Entwicklung so vertraut, wie die Stimme meiner Mutter. Ich habe gelesen, dass sich der Gehörsinn des Ungeborenen bereits in der 18. Schwangerschaftswoche entwickelt und ab diesem Zeitpunkt Reaktionen auf Geräusche, insbesondere Musik, festzustellen sind. Meine Musik war der Sound der Werkstatt, ich bin auf Autos, Motoren und Benzingeruch geprägt.

Ich hatte ein eigenes Kinderzimmer mit Bettchen, Spieluhr und Wickeltisch in der Werkstatt. Als ein von Anfang an sehr munteres Baby, wollte ich nicht ins Kinderbett verbannt sondern überall mit dabei sein. So lag ich im Kinderwagen neben dem Verkaufstresen und wurde von unseren Kunden bespaßt oder ich war im Babytragetuch mit in der Werkstatt – das fand ich, nach Aussagen meiner Eltern und der Mitarbeiter, am besten, aufregendsten und interessantesten.

Natürlich verlebte ich meine Kindheit auch in unserem Haus und Garten – aber meinen Paps in der Werkstatt zu besuchen, das Werkzeug in die Hand zu nehmen, auf dem Schoß sitzend die Autos mit in die Halle zu fahren, das war nicht zu toppen für mich. Natürlich fuhr ich ein Rutschauto lange bevor ich laufen konnte und parkte im Kleinkindalter meinen Kinder-Trecker mit Pferdeanhänger, in dem ich auch unsere Hunde und meine Schwestern transportierte, schneller und geschickter ein, als meine Mutter den Autoanhänger (Sorry, Mum – aber du weißt, dass das stimmt!).

Autoscooter mit Paps fahren, die Kartbahn im Freizeitpark langdüsen, meine Roller und Fahrräder mit eigenem Kinderwerkzeug reparieren: das waren Dinge, für die ich Barbiepuppen in die Ecke warf – allerdings musste mein Kinderwerkzeug rosa sein, darauf bestand ich! Natürlich trug ich dabei oft mein Lieblingsoutfit: Paps langen Werkstattkittel – ich weiß nicht wie oft ich mich damit auf die Nase gelegt habe, weil er meterweit auf dem Boden rumschlabberte.

Ich wollte überall mitfahren, ob auf Papas Schoß unseren eigenen Traktor oder unser Auto über das Werkstattgelände lenken… Wichtig war nur, dass ich das riesige Lenkrad in den kleinen Kinderhänden halten durfte.

In das Autofahren bin ich über das Treckerfahren einfach so reingewachsen, es war für mich die natürlichste Sache der Welt.

Auch wenn ich als Mädchen lange Zeit nur einer Pferdestärke, meinem Pony Ladonna, zugewandt war: Autos und alles was damit zusammenhängt haben mich schon immer fasziniert und so wird es bleiben!

Wie bereits beschrieben: Prägung ist unumkehrbar und erscheint wie angeboren. Ich kam vielleicht noch nicht als Carwoman, aber ganz bestimmt schon als Carbaby auf die Welt!