Die Rennstrecke ruft (Honda Civic Type R)

Ich muss ganz ehrlich sagen, auf dieses Auto habe ich mich wirklich sehr gefreut. Allein die Optik des Honda Civic Type R ist schlicht und ergreifend brutal.

Mein Testfahrzeug ist lackiert in Championship White und hat schwarze Felgen mit roten Applikationen und einen wirklich auffälligen Heckspoiler. Mit seiner Frontspoilerlippe und dem Diffusor am Heck scheint dieses Auto mir sagen zu wollen, dass es nur so vor Kraft strotzt. Aber bevor es mit dem Type R auf die Rennstrecke geht, muss er den Alltagstest bestehen.

Optisch macht er auf jeden Fall was her. Die LED-Scheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht wirken dynamisch, die dunklen LED-Heckleuchten harmonieren gut mit dem massiven Heckspoiler, der übrigens laut Honda nicht entfernt werden darf, da er ein integraler Bestandteil der aerodynamischen Stabilität des Fahrzeugs sei. Die Nebelschlussleuchte sitzt ganz im Stil der Formel 1 mittig im Heckdiffusor.

Bevor es auf die Straße geht, noch kurz ein paar technische Details.

Unter der Haube des Fünftürers arbeitet ein Zweiliter-Turbo mit 310 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment. Aus dem Stand auf Tempo 100 geht es laut Werksangabe in 5,7 Sekunden und Schluss mit dem Beschleunigen ist erst bei 270 km/h. Die Power wird ausschließlich über ein manuelles 6-Gang-Schaltgetriebe mit einem integrierten mechanischem Sperrdifferenzial an die Vorderräder übertragen. Und damit er auch möglichst schnell zum Stehen kommt, ist der Type R serienmäßig mit einer Brembo-Bremsanlage ausgerüstet.

Aber jetzt heißt es endlich rein in das Geschoss und im Innenraum umsehen. Die Schalensitze mit Alcantara sind ziemlich eng und ich fühle mich auch direkt wie in einem Rennwagen. Ansonsten ist das Cockpit wie in einem normalen Civic aufgebaut.

Das Armaturenbrett trägt rote Akzente und Teile in Carbon-Optik. Besonders interessant finde ich den kleinen Knopf neben den Rundinstrumenten mit der Beschriftung +R, aber dazu später mehr. Der Bordcomputer zeigt zusätzlich rennstreckenrelevante Infos, wie Ladedruck, Öldruck, Öl- und Wassertemperatur an und es gibt einen Rundenzeitmesser.

Wenn man gut beweglich ist und die Rennschalensitze einen nicht stören, dann ist der Type R auch wirklich alltagstauglich. Auf den hinteren Sitzen kann auch ein erwachsener Mann ohne eingeschränkte Kopffreiheit gut sitzen, nur die Federung ist extrem hart. Und damit sind wir schon beim Fahren angelangt.

Er ist ein Kompaktfahrzeug und damit gemacht für den Stadtverkehr. Im Großen und Ganzen fährt er sich gut – allein die harten Sitze und das brettharte Fahrwerk sind im Alltagsbetrieb etwas lästig. Aber jetzt geht’s endlich auf die Rennstrecke Bilster Berg.

Auf dem Weg dorthin ist noch ein wenig Zeit, um die Sicherheitssysteme auszutesten. Mit an Bord sind ein Totwinkelwarner, eine Verkehrszeichenerkennung, ein Spurhalteassistent, eine Rückfahrkamera, Parksensoren und eine Berganfahrhilfe. Alle Systeme funktionieren auch tadellos.

Auf der Rennstrecke darf der Civic Type R dann zeigen, was er kann. Ich wechsle in den +R-Modus, das Fahrwerk versteift sich noch weiter und die Instrumentenbeleuchtung wechselt von weiß auf rot.

Jetzt ist Attacke angesagt, über dem Tacho leuchtet im Rennwagenstil eine LED-Schaltanzeige auf – Vollgas bis in den roten Bereich – schalten – scharf bremsen und dann wieder voll aufs Gas.

Der Civic macht wirklich Spaß – ein Allradantrieb würde ihm aber offen gesagt nicht schaden. Dann beginnt es leider zu Regnen und da der Type R schon bei trockener Fahrbahn zum Wegrutschen neigt und es auch langsam dunkel wird, beende ich den Tag auf der Rennstrecke noch mit einer schnellen Runde.

Als Daily-Driver würde ich mir den Type R wohl eher nicht zulegen, als günstiges Rennstrecken-Tool eignet er sich aber durchaus. Er ist vielleicht nicht auf einer Höhe mit einem AMG A 45, Focus RS oder RS3, aber dafür ist er auch einfach deutlich günstiger als seine Mitbewerber. Vollausgestattet kostet der Civic Type R noch weniger als die eben genannten in ihrer Basisversion. Ab 34.000 Euro ist der CIvic Type R zu haben. Und dafür bekommt man ein ordentliches Auto mit richtig Power.

Die technischen Daten noch einmal im Überblick:

  • Modell: Honda Civic Type R
  • Motor: 4-Zylinder
  • Getriebe: 6-Gang-Manuell
  • Leistung: 310 PS
  • max. Drehmoment: 400 Nm
  • 0 – 100 km/h: 5,7 Sekunden
  • Verbrauch: 7,3 Liter/100 km
  • Kofferraumvolumen: 475 bis 1404 Liter
  • Grundpreis: ab 34.000 Euro

 

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