Mein Name ist Bond. James Bond. (Aston Martin DB11)

Mein Name ist Bond… James Bond.

Das ist der erste Satz, der mir bei diesem Auto einfällt. Im jüngsten James Bond Film Spectre, fuhr Bond einen DB10, der nur für diesen Film entwickelt wurde. Die Serienversion heißt DB11 und ist seit 2016 auf dem Markt.

Sein Urahn, der DB5, war der erste Aston Martin des britischen Geheimagenten mit schottischen Wurzeln – eine gemeinsame Historie, die mit dem Film „Goldfinger“ 1964 begann. Mit kleineren Unterbrechungen stellt die britische Sportwagen-Manufaktur seitdem die Dienstwagen des fiktiven Geheimagenten des MI6.

Und jetzt steht ein DB11 bei mir in Hannover. Lackiert in „Volcano Red“. Das lässt ihn noch brutaler wirken als die typische unscheinbare Lackierung in Silber – als ob das noch nötig wäre.

Klar ist, das Geschoss ist eine Augenweide. Ein Gran Turismo nach Maß. Mein Blick wandert von den frech grinsenden Scheinwerfern und dem für Aston Martin typischen Kühlergrill über die lange Motorhaube und seine flache Dachlinie zum gewaltigen Heck.

Aber so schön der DB11 von außen auch ist, wenn man den Schlüssel in der Hand hält, will man eigentlich nur rein in den Boliden.

Innen erwarten mich bequeme Ledersitze in der Farbe „Sahara Tan“ und der Einstieg ist erstaunlich angenehm für so ein flaches Auto. Sobald man drinsitzt, kommt das Gefühl, ein Geheimagent zu sein, dann so richtig auf.

Was man aber sofort merkt, ist die Arbeit von Mercedes-Benz, die in diesem Kfz steckt. Die Sitzgrafik erinnert stark an die S-Klasse und auch das Touchpad vor der Mittelarmlehne und sämtliche Symbole und Knöpfe stammen von den Schwaben.

Schaut man auf die Mittelkonsole fallen sofort die Druckknöpfe für das Getriebe ins Auge. Hier werden die Gänge nicht per Hebel am Lenkrad oder in der Mittelkonsole gewählt, sondern per Knopfdruck. Aber genug geschaut, der Startknopf will gedrückt werden. Und sobald ich den gedrückt habe, bricht ein kleiner Orkan los – aber nur ganz kurz. Der V12 erwacht zum Leben, aber keineswegs aufdringlich. Aber das sind V12-Motoren im unteren Drehzahlbereich ja sowieso nicht.

Dieser hier wurde von Aston Martin selber entwickelt, hat 5,2 Liter Hubraum und wird von zwei Turboladern zwangsbeatmet – das ergibt satte 608 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment, die über die Hinterräder herfallen. Geschaltet wird per 8-Stufen-Automatik.

Aber erstmal drücke ich den Knopf mit dem Buchstaben „R“ und freue mich über eine Rückfahrkamera – das Rangieren klappt damit ausgezeichnet. Jetzt nur noch die D-Taste betätigen und ab geht die Fahrt.

Der V12 ist dauerhaft präsent, überflutet mich im Stadtverkehr aber nicht mit seiner Leistung. So lässt sich der Aston Martin ganz entspannt durch Hannover bewegen. Auf der Landstraße macht er dann aber zum ersten Mal richtig Alarm – natürlich nur kurz, denn die 100 km/h sind nach sehr kurzen 3,9 Sekunden schon erreicht. Also ab auf die A7 und nach dem weißen runden Schild mit dem schwarzen Querbalken Ausschau halten. Und schon zeigt der rote Blitz was er kann.

Ich sag es lieber vorweg, bis zu seinem Topspeed von 322 km/h habe ich den DB11 nicht getrieben, dass er es schafft, steht allerdings außer Frage.

Lange Autobahnfahrten sind genau sein Element, natürlich mit kleinen Zwischensprints, aber auch mit kleinen Tankstops, denn der Brite hat schon ordentlich Durst. Aston Martin gibt einen Normverbrauch von 11,4 Litern auf 100 Kilometer an, aber mal im Ernst, das schaffe ich nicht.

Aber wer sich dieses Auto leisten kann, der hat bestimmt auch kein finanzielles Problem. 204.900 Euro Grundpreis verlangt Aston Martin für den in Handarbeit hergestellten DB11. Aber darüber denke ich jetzt nicht nach, sondern genieße es, mich einmal wie James Bond zu fühlen.

 

Die technischen Daten noch einmal im Überblick:

  • Modell: Aston Martin DB 11
  • Motor: 5,2-Liter-V12-Biturbo
  • Getriebe: 8-Gang-Automatik
  • Leistung: 608 PS bei 6.500/min
  • max. Drehmoment: 700 Nm bei 1.500 bis 5.000/min
  • 0 – 100 km/h: 3,9 Sekunden
  • Verbrauch: 11,4 Liter
  • Grundpreis: ab 204.900 Euro

 

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