Kompakt-SUV im Test: Der Honda CR-V

Wenn man den Begriff SUV hört, denken die meisten an die Mercedes M-Klasse bzw. GLE oder an den BMW X5 oder X3, vielleicht auch an einen Audi Q7. Den wenigsten fällt in diesem Zusammenhang der Name Honda ein. Noch wenigeren die Modellbezeichnung CR-V. Ein Grund mehr, mir dieses Kfz genauer anzusehen. Den Kompakt-SUV CR-V baut Honda schon recht lange, mittlerweile in der vierten Generation. 1996 kam das erste Modell auf den Markt. Die Modellbezeichnung „CR-V“ steht für „Comfortable Runabout Vehicle“ – das Auto soll also hauptsächlich auf Komfort ausgelegt sein, ob es das tatsächlich ist, wird mein Test zeigen.

Mein Testfahrzeug ist ein CR-V Executive 1,6 l-DTEC 4WD in Passion Red Pearl. Dröseln wir doch erstmal diese Bezeichnung auf. Das „Executive“ steht für die Ausstattungslinie – die höchste, die Honda für den CR-V anbietet. Darunter rangieren „Lifestyle“, „Elegance“, „Comfort“ und „S“. Der Rest der Bezeichnung verrät uns, dass wir einen 1,6 Liter Dieselmotor – mit zwei Turboladern – unter der Haube haben und alle vier Räder angetrieben werden. Diese Kombination entwickelt 160 PS und 350 Newtonmeter maximales Drehmoment. Bei einem Gewicht von um die 1,7 Tonnen generieren diese Werte natürlich keine rasante Beschleunigung, aber man kommt gut vorwärts. Geschaltet wird manuell per 6 Gang-Schaltgetriebe – optional ist eine 9 Gang-Automatik verfügbar.

So viel zu den technischen Daten, schauen wir uns das Auto doch erstmal genauer an. Die Front wirkt recht bullig für ein Kompakt-SUV und im Allgemeinen sieht der Wagen nicht klein aus. Von vorne würde man dem CR-V einen akzeptablen Auftritt im Gelände zudem auch zutrauen. Die Seitenansicht wirkt unaufgeregt, kommt man jedoch Richtung Heck tauchen ein paar Fragezeichen auf. Die erste Frage, die ich mir gestellt habe, war: Was ist das? Beim näheren Hinsehen hat das Heck dann doch ein wenig mehr Charme als auf den ersten Blick, aber irgendwas ist da verwirrend. Vielleicht ist es die gewölbte Heckscheibe, vielleicht der hoch angesetzte Heckscheibenwischer, vielleicht aber auch die nach oben geschwungenen Rückleuchten, die mich so ein bisschen an die des Volvo XC 60 erinnern.

Der rote Lack steht ihm jedenfalls gut. Und an Ausstattung fehlt es meinem Testfahrzeug auch nicht. Die Ausstattungslinie Executive bietet eigentlich alles an Ausstattung, was man sich vorstellen kann. Bevor ich aber auf den schwarzen Ledersitzen Platz nehme, schaue ich zuerst mal in den Kofferraum. Die Heckklappe ist elektrisch betätigt, die Ladekante ist recht niedrig, was das Einladen von schweren Wasserkisten erleichtert. Wenn man mehr Platz braucht, kann man die Rücksitzlehne im Verhältnis 60:40 per Entriegelung im Kofferraum umklappen.

Aber jetzt geht es ab hinters Lenkrad. Der Einstieg sieht höher aus, als er ist, das Interieur wirkt aufgeräumt und wertig, das Lenkrad liegt gut in der Hand – nur der Schalthebel könnte für mich etwas tiefer beziehungsweise weiter hinten sein. Ansonsten bietet der Testwagen sämtlichen Luxus – Sitzheizung, Navi, Panoramadach und reichlich Assistenzsysteme. Das Navi lässt sich mit seinem Touchscreen ganz gut bedienen, auch wenn ich ein Freund von Dreh- Drückschaltern bin. Die eine oder andere Funktion und Einstellung des Navis erschließt sich leider nicht sofort, aber im Großen und Ganzen klappt die Eingabe recht gut. Auch das Smartphone lässt sich problemlos koppeln und gleichzeitig dank USB Anschluss in der Mittelarmlehne laden. Leider lässt sich das Panoramadach nicht öffnen.

Dann kann es aber endlich losgehen und der CR-V fährt sich tatsächlich komfortabel, allein die Sitze werden auf längeren Strecken etwas hart, aber die Sitzheizung entspannt die Muskulatur wieder. Die Gänge lassen sich gut einlegen und der Diesel zieht vollkommen akzeptabel an – für einen kleinen Zwischenspurt reicht das allemal. Von 0 auf 100 Stundenkilometer geht es in 9,9 Sekunden, aber ich bin ganz ehrlich: Das will man gar nicht. Dieses Auto bewegt sich so unaufgeregt, dass ich nicht eine Sekunde das Verlangen habe, das Gaspedal bis aufs Bodenblech durchzutreten. Im sechsten Gang auf der Autobahn gleitet der CR-V entspannt dahin – auch unterstützt durch den Spurhalteassistenten in Kombination mit dem Spurverlassenswarner. Die machen ihre Arbeit gut, in längeren beziehungsweise schärferen Kurven bleibt jedoch manchmal der Lenkeingriff aus, dafür ist auf den Totwinkelwarner stets Verlass. Mit an Bord ist auch eine Rückfahrkamera, deren Darstellung bei Dunkelheit jedoch etwas zu wünschen übriglässt.

Alles in allem ist der Honda CR-V ein ruhiger Geselle, der gut vom Fleck kommt, optisch recht ansprechend ist und einen sicher durch den Alltag begleitet. Der Verbrauch ist übrigens ebenfalls sehr angenehm – während meiner Fahrt hat sich das Kompakt-SUV etwa sieben Liter Diesel auf 100 Kilometern genehmigt. Mit 6,6 Liter kann man hinkommen, den utopischen NEFZ-Wert von 5,1 l/100 km wird hingegen wohl kein CR-V-Fahrer erreichen, schon gar nicht, wenn er ihn bis auf seinen Topspeed von 202 km/h hetzt. In einem Test gegen deutsche Konkurrenz à la BMW X3 oder Audi Q5 hätte es der Japaner wohl ziemlich schwer, aber dank seines einigermaßen geringen Preises (Grundpreis höchste Ausstattungslinie: 40.390 Euro) ist der Honda CR-V eine echte Alternative für SUV-Freunde. Ich persönlich würde mich aber wahrscheinlich eher für die Variante mit 9 Gang-Automatikgetriebe entscheiden.

 

  • Modell: Honda CR-V Executive 1.6 i-DTEC
  • Motor: Reihenvierzylinder-Diesel mit Turbolader
  • Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Hubraum (cm³):  1597 cm³
  • Leistung: 160 PS (118 kW)
  • max. Drehmoment: 350 Nm bei 2000 U/min
  • 0 – 100 km/h: 9,9 Sekunden
  • Kofferraum:  589 Liter
  • Grundpreis: 40.390 Euro

 

Fotos: Honda / CarWoman

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